Wanderung von Krebspfad nach Göbrichen

 

Wie lieblich ist der Maien.“ Davon konnten sich die Teilnehmer der Wanderung vom 22.05.2016 überzeugen. Diese Tour wurde wieder von der Wandergruppe der Altstadtgemeinde zusammen mit der Wanderabteilung des Gehörlosenvereins durchgeführt.

 

Blühende Flieder, Goldregen, Heckenrosen, Wiesensalbei, Storchschnabel, Maiglöckchen und viele weitere Blumen säumten unseren Weg.

Die Tour begann im Norden Pforzheims am Krebspfad. Über den Hohberg gings ins Kraichgauer Hügelland, vorbei am Hofgut Katharinentaler Hof zu den Dolinen neues und altes Eisinger Loch. Zum Abschluss wurde im Neulinger Ortsteil Göbrichen gegrillt.

 

Das Hofgut Katharinental, 1750 erbaut, gehörte lange dem Markgraf von Baden, wurde aber vor einigen Jahren von der Stadt Pforzheim gekauft. Die Gebäude in ihrer heutigen Anordnung wurden, vom Architekten Weinbrenner zweckmäßig konzipiert, 1808/1809 erbaut. Das Hofgut liegt inmitten der sogenannten Katharinentaler Senke, einem hervorragenden Ackerland auf einer bis zu 10m mächtigen Lößschicht. Das Gelände entwässert über die an tiefster Stelle liegende Fuchslochdoline in Richtung Bretten.

Nach kurzem Aufenthalt gings weiter zur nächsten Station, den Eisinger Löchern. Diese sogenannten Dolinen kommen in Kalk und Karstgebieten vor. Durch unterirdische Auslaugungen und Ausschwemmungen von Kalk ( Gips ) und Steinsalz entstehen Höhlen. Rutscht von oben Gestein nach kann sich dies bis zur Oberfläche fortsetzen. Der eingebrochene Erdkrater wird dann als Doline bezeichnet. Das alte Eisinger Loch besteht schon seit Jahrhunderten. Es hat eine Länge von 40 m, eine Breite von 20 m und führt bis zu einer Tiefe von 21m.

 

Das neue Eisinger Loch brach am 15.12.1966 ein. Die Auslaugungen befinden sich in etwa 100 m Tiefe. Der Einbruch misst bisher 14 mal 7m und reicht bis ca. 45 m Tiefe.

 

Von den Dolinen war es nicht mehr weit bis zum Endpunkt Göbrichen, das mit Bauschlott und Nußbaum zusammen die heutige Gemeinde Neulingen bildet. Überlieferungen zufolge lag es früher näher bei den Dolinen, wurde aber, nach dem Häuser durch Erdeinbrüche beschädigt wurden weiter nach Nordosten verlegt. Ursprünglicher Name war Gebrechingen.

 

Den ganzen Weg vom Hohberg bis nach Göbrichen hatten wir bei schwülwarmem Wetter zurück- gelegt, die vom Wetterdienst vorhergesagten Gewitter hielten sich zurück. Alle, auch die älteste Teilnehmerin, die über 80 jährige Charlotte, bewältigten die Strecke gut und freuten sich auf das abschließende Grillvesper. Zunächst hatten wir versucht, das wunderschöne Lied „Wie lieblich ist der Maien „ zu singen. Das Ergebnis war sehr bescheiden. Besser klappte es beim Vespern. So saßen wir bis erstes Donnergrollen zu hören war. Die Bushaltestelle war zum Glück in der Nähe.

 

So fuhr die Gruppe, mit Ausnahme des zurückbleibenden Aufräumtrupps, nach einem schönen Ausflugstag zurück nach Pforzheim.

Ich würde mich freuen, viele von euch bei der nächsten Wanderung am 31. Juli 2016 (Zavelstein bei Calw) wiederzusehen.

 

 

Monika Kull und René Hölle

 


Wanderung in Neuenbürg

„Ruine Waldenburg – Bergwerk Frischglück"

 

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Dies hätte das Motto für die 2. Wanderung 2016 der Altstadtgemeinde sein können.

Wieder waren Mitglieder des Gehörlosenvereins mit ihrem Vorsitzenden René Hölle dabei.

Hauptziel der Wanderung war das Bergwerk „Frischglück“ Neuenbürg, alle waren überrascht, was in den Schächten unter der Erde zu entdecken war.

Die Wanderer trafen sich am 03. April am Hauptbahnhof. Ein Bus brachte uns zum Neuenbürger Buchberg . Von dort ging`s zu der Burgruine Waldenburg deren Geschichte weitgehend im Dunkeln liegt. Es gibt keinerlei schriftliche Aufzeichnungen oder Nachweise. Einige Funde von Töpferwaren weisen auf Beziehungen zum Oberrhein und zur schwäbischen Alb hin. 1887 fand man einen  „Drachenleuchter„ aus Bronze. Den Ruinenresten zufolge bestand die Burg aus einer Befestigungsanlage, einem Palas, einer Kapelle und mehreren Wirtschaftsräumen.

Nach kurzer Pause wanderten wir bergab nach Neuenbürg, beim Badweg überquerten wir die Enz und die B294. Nun ging`s steil bergan. Nach einer halben Stunde kräftezehrenden Aufstiegs erreichten wir das Besucherbergwerk „Frischglück„. Vor der nun anstehenden Führung wurden wir eingekleidet. Mit Umhang und Helm, die Kinder mit Zipfelmützen, fuhren 16 Wanderer in den Berg. Es folgte eine sehr interessante Führung durch das Königlich württembergische Eisenbergwerk. In der Grube Frischglück wurde manganhaltiges Brauneisenerz gewonnen.

Schon 500 Jahre v. Ch. gruben die Kelten hier nach Eisenerz, als die Römer 70 J. n. Ch. die Herrschaft übernahmen wurde dies fortgeführt. Allerdings erfolgte der Abbau damals oberflächennah. Verhüttet wurde das Erz in den sogenannten Rennöfen. Aus 50 kg Erz wurde 1 kg Eisen geschmolzen. Die erste neuzeitliche Erwähnung des Bergwerks findet sich unter Herzog Eberhard dem 3, der im Jahr 1654 erste Stollen vorantreiben lies. Nach diesem ersten Versuch, der erfolglos blieb, wurde wieder oberflächlich abgebaut. Ab 1770 begann die Betriebsperiode der heutigen Grube Frischglück, sie dauerte bis 1866, danach waren die Vorräte erschöpft. Ab 1985 wurde die Grube als Besucherbergwerk eröffnet.

 Der Rundgang erstreckte sich über drei Stollen und führte uns zu vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel befuhren wir einen großen Abbau von 60 m Ausdehnung und 30 m Höhe, über eine Wendeltreppe zu einer freitragenden Plattform von der sich ein phantastischer Ausblick bot. Wir standen über einem alten Fahr – Haspelschacht und blickten 30 m in die Tiefe. Der Weg führte uns zu mineralreichen Ganggesteinen die in Vielzahl ein naturgetreues Bild der ursprünglichen Gangführung zeigten. Obwohl so ein tolles Bergwerk quasi vor der Haustür liegt hatte es keiner unserer Wanderer bisher gesehen. Alle waren sehr beeindruckt.

 Nach so vielen neuen Eindrücken stärkte sich die Wandergruppe im Bergwerksstüble.

 Da die Zeit weit fortgeschritten war entfiel der ursprünglich geplante Besuch des Neuenbürger Schlosses und wir gingen ins Tal hinab um mit der Bahn nach Pforzheim zurückzufahren.

 Es war wieder ein wunderschöner Wandernachmittag mit gutem Wetter und guter Stimmung.

 Es war die zweite Wanderung bei der Mitglieder der Wandergruppe von der Altstadtgemeinde und Verein der Gehörlosen gemeinsam auf Tour gingen.  Ich bin froh, dass diese Verbindung zustande gekommen ist, es herrscht Harmonie, wir verstehen uns gut.

 Danke an alle die dabei waren und zum Gelingen dieser Wanderung beitrugen.

 Die nächste Wanderung findet am 22. Mai statt und führt zu den Dolinen in der Nähe vom Katharinentaler Hof – Eisinger Loch - Göbrichen.

 

Ich freue mich auf Euch. Bis bald Monika Kull

 


Wanderung nach Dillweißenstein „Drei-Burgen-Weg“

bei Pforzheim

 

 Für die Wandergruppe der Altstadtgemeinde begann das dritte Wanderjahr. Der Auftakt erfolgte am 13. März 2016 mit einer Tour durch den Pforzheimer Ortsteil Dillweißenstein mit seinen drei Burgruinen Kräheneck, Rabeneck und Hoheneck. Früher war Weißenstein maßgeblich von der Flößerei abhängig, Dillstein bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen auf dem Rodrücken, seit 1913 kam Dillweißenstein zur Stadt Pforzheim und wurde zum beliebten Ausflugziel für die Stadtbevölkerung.

 21 Wanderfreunde nahmen an dieser ersten Tour 2016 teil, erstmals waren auch Mitglieder der Gehörlosen - Wandergruppe dabei.

 

Wandergruppe Altstadtgemeinde & GV Pforzheim

v.l. Wanderleiterin M. Kull, Wanderleiter R. Hölle & Freund                                


In Dillweißenstein gingen wir durch die Seegerstraße zur Nagold, den Fluß entlang, aufwärts zur Steinernen Brücke und zum Anstieg zur Burg Kräheneck. Dort angekommen machten wir eine kleine Pause. Die Kräheneck, entstanden etwa 1250, schützte vermutlich die unterhalb gelegene Burg Rabeneck. Die Rabeneck wurde früher als „ Weißenstein „ bezeichnet, die adlige Familie von Weißenstein starb um 1300 aus. Die Burg verfiel und diente als Steinbruch. 1860 wurde die Ruine vom Land Baden erworben um sie als Baudenkmal zu erhalten. Ab 1958 wurde die Burg auch als Jugendherberge genutzt. Nach einer Besichtigungspause und einigen Fotos ging es wieder hinunter zur Nagold um auf der anderen Seite den Hämmerlesberg hinauf zusteigen. Dort befinden sich die Reste der Hoheneck. Sie entstand um 1100 und wurde nach etwa 150 Jahren wieder aufgegeben. Ursprünglich wurde die Burg als „ Kräheneck „ bezeichnet, da sie von der Adelsfamilie „ Creginecka „ bewohnt wurde. Nach ihr kamen die Herren von „ Weißenstein „. Die Bezeichnung Hoheneck wurde ab dem 19 Jahrhundert verwendet. Auch diese Burg diente lange als Steinbruch. Von den an der Bogenbrücke verbauten Steinen soll ein Teil von der Hoheneck stammen. Auf der Hoheneck machten wir eine kurze Rast.

Lore Lammel und Monika Kull lasen den zur Jahreszeit passenden Text von „ Streit zwischen Winter und Frühling „ vor. Von der Hoheneck gingen wir nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nach Dillweißenstein zurück, sondern Richtung Pforzheim bis zum Kupferhammer. Hier kehrten wir zum Abschluss noch auf einen Kaffee ein.

Es war ein gelungener Auftakt der diesjährigen Wanderungen, eine schöne Atmosphäre. Auch neue Freundschaften wurden geschlossen. Und so freue ich mich auf die nächsten Wanderungen dieses Jahres mit hoffentlich zahlreichen Teilnehmern.

 

Bis zum nächsten Mal Ihre Monika Kull